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Soo hirnlos

Abgesehen von der Tatsache, dass große Multimediaketten zur Zeit mit irrwitzigen “Mich kann man kaufen und es gibt mich – im Sonderangebot. Ja, ich bin käuflich und zwar täglich rund um die Uhr. Kauf mich jetzt, bezahle später im Ratenangebot. Du bist das Opfer, ich bin Täter – Denn du kaufst mich, ich weiß, du kaufst mich …” Slogans auch ansonsten eher impotente Kundschaft umwerben und sie diese damit mit großer Wahrscheinlichkeit wohl in ihre ganz eigene Wirtschaftskrise treiben … Abgesehen von der Tatsache, dass die Verkaufsräume großer Multimediaketten eins der schrecklichsten Beispiele für den Moloch des Konsumkapitalismus sind, den gnadenlosen Moloch der irgendwann jeden verschlingt, der ohne Maß seine Persönlichkeit in die Ausscheidungen dessen legt …

Abgesehen davon, dass es mir gar nichts ausmacht, wenn sich die Seite gerade wie ein Meckerblog liest …

… Wissen Sie, wie schwer es ist, auf die Schnelle einen günstig-durchschnittlichen TFT-Bildschirm im 4:3-Format zu bekommen, wenn alle Kleinhändler schon geschlossen haben?

In der örtlichen Niederlassung der gelben Kette (“Wir sind die Guten”) entwickelte sich dieser kurze Dialog zwischen einem etwa vierzigjährigen Angestellten und mir.

“Entschuldigung bitte.” Ich stoppte ihn auf dem Weg zwischen Lager und Flachbildfersehgeräten, er zog an einem übergroßen, mit Kisten beladenen Rollwagen. Da er nichts sagte sprach ich einfach weiter. “Ich möchte einen TFT-Bildschirm im 4:3-Format kaufen.”
“Ach …” Dass er doch sprechen kann zeigte sich etwas später, zumindest hatte ich nun schonmal einen Laut aus der Richtung seines Gesichts gehört.
“Genau. Und größer als 19” soll das Gerät nicht sein.” Besonders gefiel mir, dass er kleiner ist als ich. Das passiert mir nicht oft.
“4:3 gibts doch gar nicht mehr.” Dabei verzog er seinen Mund, aus dem gerade ein halbwegs vollständiger Satz entkommen war, zu einem Grinsen.
Etwas erstaunt entgegnete ich, dass ich vollkommen überzeugt bin, dass Flachbildschirme mit VGA-EIngang im Format 4:3 in diesen Tagen noch produziert werden. Aus dem einfachen aber plausiblen Grund, dass die Nachfrage dafür besteht.
“Bei uns gibts nur noch Breitbild.” Der Ring an seinem linken Ohr funkelte.
“Das fällt mir schwer zu glauben. Meinen Sie das ernst?”
“Also ich kenn mich sowieso nur hier in der Fernsehabteilung aus.”

Ich kaufte mein Wunschgerät dann bei der 10 Kilometer entfernt angesiedelten roten Konkurrenz (“Dit koof ick euch ab”).

written by don raspunicum on 21-Jan-2009 and filed in drawers Computers, Experience, People, Work   |   eternal link of this text
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