Ihr wisst wie ich zu erreichen bin ;)
Categories: Experience, People, Wine and other mind quieters
Tags:
Comments: No Comments.
Ihr wisst wie ich zu erreichen bin ;)
Wer heut noch auf der Suche nach einer angenehmen Abendgestaltung ist dem sei wärmstens God is an Astronaut im lokalen Beatpol empfohlen.
Weiß jemand, wer mir diese Karte in die Jackentasche gesteckt hat und wann? In welchem Zusammenhang? War ich hilfebedürftig? Hat das Aufpassen geholfen?
Hab die Jacke heute seit Ewigkeiten mal wieder angehabt und bin ratlos.
Wohl von vor 3 Jahren; sieht aus wie eine Gedankensammlung zu einem genauer zu betrachtenden Thema. Oder Einstiege zur Sinsuche. Nach ganz viel Rotwein jedenfalls.
Den letzten dreien fehlt sicherlich eine Quelle.
Wenn es einmal geschähe, dass ein Menschenleben von seinem Beginn bis zum Ende aufgeschrieben würde, samt allen Verwurzelungen und Verflechtungen, ergäbe das ein Epos, so reich wie die ganze Weltgeschichte.
—
Ich glaube, dass trotz des offensichtlichen Unsinns das Leben dennoch einen Sinn hat. Ich ergebe mich darein, diesen letzten Sinn mit dem Verstand nicht erfassen zu können, doch bin bereit ihm zu dienen, auch wenn ich mich damit opfere. Diesen Glauben kann man nicht befehlen noch sich zu ihm zwingen, man kann ihn nur erleben. Und wer das nicht kann, der sucht sich seinen Glauben in der Kirche, bei der Wissenschaft, bei den Patrioten, den Sozialisten oder sonst irgendwo, wo es fertige Moralen, Programme und Rezepte gibt.
—
Aller höhere Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt. (Hesse, Steppenwolf)
—
Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun.
—
Jeder Mensch ist Mittelpunkt der Welt.
—
Man gibt sich viel Mühe mit dem Studium dessen, was die Menschen, Völker und Zeiten voneinander trennt. Achten wir je und je auch wieder auf das, was die Menschen verbindet!
Physisch war ich noch nicht ganz wieder auf der Höhe am vergangenen Sonnabend; Freitag nach der Arbeit durch Schnee und Dunkelheit gebraust und eine exzellente Nacht in Dresden erlebt, nachdem ich mich selbst überzeugt hatte, dass die Stimmung in Pirna nichts für diesen Abend war.
Also irgendwann am Nachmittag, es war einer dieser fiesen, kalten Tage mit zwanzig Grad unter Null, machte ich mich mit der Straßenbahn auf zum Neustädter Bahnhof. Eine Fahrkarte wollte ich kaufen, doch den Automaten hatte eine ältere Dame in Beschlag genommen. Sie drückte wieder und wieder ihre Taste und warf ihre Münzen ein, der Automat spuckte ihr Geld wieder und wieder aus.
Ob ich ihr vielleicht behilflich sein könne. Ja, sehr gern, der Automat nähme nämlich ihr Geld nicht. Da ich genügend Münzen hatte, kaufte ich ihr einfach den Fahrschein von meinem Geld und steckte Ihre Münzen ein. Also das wäre ja so nett, na und sowas und überhaupt. Aber es ist ja auch gerade Weihnachten und da sind die Menschen sowieso viel netter zueinander. Und es wäre ja nun nicht so, dass sie auf dem letzten Loch pfeife, aber sie hat das Geld zu Hause extra abgezählt, dass es am Automaten schneller ginge.
Der Automat hatte schlicht keine Lust auf ihre Ein- und Zweicentmünzen, wie er das auch deutlich nach außen kenntlich auswies.
Am Bahnhof noch schnell zwei Schachteln Pralinen erstanden bemerkte ich eine Taube, die mit ihren kleinen Krallen auf dem polierten, von halbwegs durch Streusalz aufgeweichtem Schnee bedeckten Granitbordstein hin und her schlitterte und sich dann doch zum Fliegen entschied.
Zu dünn angezogen für die herrschenden Außentemperaturen kam ich halb in Kältestarre am Parkplatz meines Autos an. Doch da war kein Auto. Etwas verwirrt, es aber auf das ungebührliche Hämmernen meines Kopfes abwälzend ging ich einfach weiter. Dabei war ich der festen Überzeugung, das Auto nicht weiter hinten abgestellt zu haben.
Hatte ich auch nicht, weiter hinten war auch kein gelber Wagen. Wieder vor bis ganz zum Anfang und wieder zurück zum Ende der Straße. Kein Auto. Ein Anruf “Mensch, wie betrunken war ich, was ist passiert, wo habe ich das Auto zuletzt abgestellt?” Doch der Telefonjoker bestätigte meine anfängliche Sicherheit.
Zu diesem Zeitpunkt stellte ich mir das schlimmste vor; toll, ein geklautes Auto reiht sich jetzt noch ganz sinfonisch ein in meinen körperlichen Zustand, meine momentane Haltung gegenüber Welt und Gesellschaft und ein krönender Abschluss für dieses – mit Verlaub – Scheissjahr. Zurück zum Bahnhof. Mein Telefon zeigte, wie immer, wenn ich es wirklich brauche, und das kommt selten genug vor, aber das eine Mal im halben Jahr ist es eben genau so, eine blinkende Batterie. Also benutzte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Telekom-Telefonstele wobei mir fast das Ohr am eiskalten Hörer festfror. Den Polizeinotruf. “Hallo, mein Name ist Don Raspunicum und wie Sie sicherlich sehen können befinde ich mich am Bahnhof Neustadt in Dresden. Mein Auto ist nicht mehr dort, wo ich es gestern abgestellt habe. Entweder wurde es abgeschleppt, dann können Sie mir bestimmt sagen wohin, oder es wurde gestohlen, in diesem Fall möchte ich den Vorgang zur Anzeige bringen.” Das Kennzeichen durchgegeben. Schön, dass Beamte das deutsche Buchstabieralphabet beherrschen, ich tue es nicht. Zehn (gefühlte 20) Minuten die sinnlose Pausenmusik des Notrufs gehört; warum sind die Schleifen nicht wenigstens länger, es ist doch abzusehen, dass die meisten das für mehr als eine Runde ertragen müssen?
Ja, hallo, hören Sie? Das Auto wurde im Rahmen einer Eigentumssicherungsmaßnahme abgeschleppt, die Fensterscheibe der Beifahrertür war offen. Vielen Dank, einerseits erleichtert einem Diebstahl entgangen zu sein, andererseits schon etwas angefressen über diese Situation. Die Nummer des Abschleppunternehmens auf mein nun schon hektischer blinkendes Telefon gedrückt. Und tschüss.
Den Schlepper anrufen. Die gewählte Nummer ist nicht vergeben. Nochmal. Immernochnicht. Die Auskunft, weiterverbunden, mir den Weg beschreiben lassen, nur eine Viertelstunde Fußweg.
Mir war kalt, eiskalt, und nach der Viertelstunde Fußweg ließ sich mein Körper nur noch zu fast komatösen Reaktionen begleitet von reißendem Zittern animieren. Da schmerzte auch kurzzeitiges Rennen nur noch.
Der Schlepper wollte dann eine Ausweisung, machte mir das Tor auf und meinte, sie würden dann eine Rechnung schicken. Ach und, schöne Weihnachten.
Schönen Dank dafür, dass andere meinen, sie müssten für mich denken. Cabriofahrer lassen ihre Autos (im Sommer) auch offen. Wenn mir danach ist, meine Scheibe auf dreiviertel acht zu stellen … Oder zeige ich zu wenig Dankbarkeit gegenüber meinem fürsorgenden Staat?
Na mal sehen, was die Dienstleistung, die ich nicht in Auftrag gegeben habe, kosten soll und welche gesetzliche Grundlage den Staat davon abhält das zu zahlen, was er für mich für das Beste hält.
Ich wusste nicht, dass ich es noch immer schaffe mal spontan eine Flasche Rotwein zu trinken.
Jetzt weiß ichs. Macht aber auch keinen Unterschied. (:
Und wiedermal: Wir Deutschen haben einen an der Waffel. Um die “Stillen Tage”, jene christlich motivierten, halboffiziellen Feiertage an denen zwar gearbeitet aber nicht gespaßt werden darf, zu “schützen”, werden alle öffentlichen Veranstaltungen, die nicht dem “ernsten Charakter” dieser Tage entsprechen, verboten. Hergeleitet wird das Verbot aus § 140 GG bzw. § 139 WRV, ist faktisch jedoch eine Sonderstellung des Christentums und somit ein Angriff auf die Neutralitätspflicht des Staates in weltanschaulicher Hinsicht
Sonnabend 23:59 ist es wieder soweit, denn dann ist der Totensonntag nur noch eine Minute weit.
In Bayern sind wenigstens Sportveranstaltungen (außer an Karfreitag und Buß- und Bettag) erlaubt.
Dann gibts aus Trotz eben eine private Tanzveranstaltung.
Der Immobilienhai mit der Weltkugel auf dem Schreibtisch, die Reaktion der Frau bei 28:22 und immer wieder drei Themen: Arbeit, Alkohol, Wohnung. Rostock ganz unten (NDR, 1993)
[via]