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News for 2009

Eigentumssicherungsmaßnahme

Physisch war ich noch nicht ganz wieder auf der Höhe am vergangenen Sonnabend; Freitag nach der Arbeit durch Schnee und Dunkelheit gebraust und eine exzellente Nacht in Dresden erlebt, nachdem ich mich selbst überzeugt hatte, dass die Stimmung in Pirna nichts für diesen Abend war.

Also irgendwann am Nachmittag, es war einer dieser fiesen, kalten Tage mit zwanzig Grad unter Null, machte ich mich mit der Straßenbahn auf zum Neustädter Bahnhof. Eine Fahrkarte wollte ich kaufen, doch den Automaten hatte eine ältere Dame in Beschlag genommen. Sie drückte wieder und wieder ihre Taste und warf ihre Münzen ein, der Automat spuckte ihr Geld wieder und wieder aus.
Ob ich ihr vielleicht behilflich sein könne. Ja, sehr gern, der Automat nähme nämlich ihr Geld nicht. Da ich genügend Münzen hatte, kaufte ich ihr einfach den Fahrschein von meinem Geld und steckte Ihre Münzen ein. Also das wäre ja so nett, na und sowas und überhaupt. Aber es ist ja auch gerade Weihnachten und da sind die Menschen sowieso viel netter zueinander. Und es wäre ja nun nicht so, dass sie auf dem letzten Loch pfeife, aber sie hat das Geld zu Hause extra abgezählt, dass es am Automaten schneller ginge.
Der Automat hatte schlicht keine Lust auf ihre Ein- und Zweicentmünzen, wie er das auch deutlich nach außen kenntlich auswies.

Am Bahnhof noch schnell zwei Schachteln Pralinen erstanden bemerkte ich eine Taube, die mit ihren kleinen Krallen auf dem polierten, von halbwegs durch Streusalz aufgeweichtem Schnee bedeckten Granitbordstein hin und her schlitterte und sich dann doch zum Fliegen entschied.

Zu dünn angezogen für die herrschenden Außentemperaturen kam ich halb in Kältestarre am Parkplatz meines Autos an. Doch da war kein Auto. Etwas verwirrt, es aber auf das ungebührliche Hämmernen meines Kopfes abwälzend ging ich einfach weiter. Dabei war ich der festen Überzeugung, das Auto nicht weiter hinten abgestellt zu haben.
Hatte ich auch nicht, weiter hinten war auch kein gelber Wagen. Wieder vor bis ganz zum Anfang und wieder zurück zum Ende der Straße. Kein Auto. Ein Anruf “Mensch, wie betrunken war ich, was ist passiert, wo habe ich das Auto zuletzt abgestellt?” Doch der Telefonjoker bestätigte meine anfängliche Sicherheit.
Zu diesem Zeitpunkt stellte ich mir das schlimmste vor; toll, ein geklautes Auto reiht sich jetzt noch ganz sinfonisch ein in meinen körperlichen Zustand, meine momentane Haltung gegenüber Welt und Gesellschaft und ein krönender Abschluss für dieses – mit Verlaub – Scheissjahr. Zurück zum Bahnhof. Mein Telefon zeigte, wie immer, wenn ich es wirklich brauche, und das kommt selten genug vor, aber das eine Mal im halben Jahr ist es eben genau so, eine blinkende Batterie. Also benutzte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Telekom-Telefonstele wobei mir fast das Ohr am eiskalten Hörer festfror. Den Polizeinotruf. “Hallo, mein Name ist Don Raspunicum und wie Sie sicherlich sehen können befinde ich mich am Bahnhof Neustadt in Dresden. Mein Auto ist nicht mehr dort, wo ich es gestern abgestellt habe. Entweder wurde es abgeschleppt, dann können Sie mir bestimmt sagen wohin, oder es wurde gestohlen, in diesem Fall möchte ich den Vorgang zur Anzeige bringen.” Das Kennzeichen durchgegeben. Schön, dass Beamte das deutsche Buchstabieralphabet beherrschen, ich tue es nicht. Zehn (gefühlte 20) Minuten die sinnlose Pausenmusik des Notrufs gehört; warum sind die Schleifen nicht wenigstens länger, es ist doch abzusehen, dass die meisten das für mehr als eine Runde ertragen müssen?
Ja, hallo, hören Sie? Das Auto wurde im Rahmen einer Eigentumssicherungsmaßnahme abgeschleppt, die Fensterscheibe der Beifahrertür war offen. Vielen Dank, einerseits erleichtert einem Diebstahl entgangen zu sein, andererseits schon etwas angefressen über diese Situation. Die Nummer des Abschleppunternehmens auf mein nun schon hektischer blinkendes Telefon gedrückt. Und tschüss.
Den Schlepper anrufen. Die gewählte Nummer ist nicht vergeben. Nochmal. Immernochnicht. Die Auskunft, weiterverbunden, mir den Weg beschreiben lassen, nur eine Viertelstunde Fußweg.
Mir war kalt, eiskalt, und nach der Viertelstunde Fußweg ließ sich mein Körper nur noch zu fast komatösen Reaktionen begleitet von reißendem Zittern animieren. Da schmerzte auch kurzzeitiges Rennen nur noch.
Der Schlepper wollte dann eine Ausweisung, machte mir das Tor auf und meinte, sie würden dann eine Rechnung schicken. Ach und, schöne Weihnachten.

Schönen Dank dafür, dass andere meinen, sie müssten für mich denken. Cabriofahrer lassen ihre Autos (im Sommer) auch offen. Wenn mir danach ist, meine Scheibe auf dreiviertel acht zu stellen … Oder zeige ich zu wenig Dankbarkeit gegenüber meinem fürsorgenden Staat?
Na mal sehen, was die Dienstleistung, die ich nicht in Auftrag gegeben habe, kosten soll und welche gesetzliche Grundlage den Staat davon abhält das zu zahlen, was er für mich für das Beste hält.

Posted: December 23rd, 2009
Categories: Auspiciousness, Experience, Life, People, Think, Wine and other mind quieters
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Santa Claus is comming

killing in the name of santa claus

Posted: December 21st, 2009
Categories: Music
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I have never won the lottery, maybe because I never played

Posted: December 17th, 2009
Categories: Film, Mesh, Music, Think
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Ich mag diesen leicht bissigen Humor

www.teamfishcake.co.uk/worldface/index.php

Posted: December 16th, 2009
Categories: Mesh
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Jungs, so funktioniert das nicht

Wenn ihr mich jedes Mal in der Nacht da anhaltet für eine “ganz normale Routinekontrolle”, fahre ich demnächst einfach woanders lang. Oder ich bestehe auf eine Alkoholkontrolle.

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Posted: December 15th, 2009
Categories: Experience
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Fried mal wieder

Der erste Tag war leicht
der zweite Tag war schwerer
Der dritte Tag war schwerer als der zweite

Von Tag zu Tag schwerer:
Der siebente Tag war so schwer
dass es schien es sei nicht zu ertragen

Nach diesem siebenten Tag
sehne ich mich
schon zurück

(“Trennung”, Warngedichte, 1964)

Posted: December 8th, 2009
Categories: Literature
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Pubertierende Eltern, oder: Zur Bedeutung von Dunstabzugshauben

Eltern sein ist schwer. Aufopfernd zieht man den Nachwuchs auf, muss dabei lernen sich selbst und seine Interessen hinter die des Kindes zu stellen und allzeit zu Kompromissen bereit sein. Durchschnittlich 17 Jahe pro Kind. Hat man es gerade geschafft seine eigenen Ansichten mit denen des Kindes in Einklang zu bringen, ist auch dieser Konsens nur von kurzer Dauer und wird unverzüglich durch den von ungleichmäßig fortschreitender Pubertät und Adoleszenz geprägten Dissens abgelöst.
Irgendwann sind die Kinder aus dem Haus. Dann muss man sich neu (er-) finden um nicht an der plötzlichen Leere zu scheitern (ein Söpferischer Sprung ist anzustreben, aber nicht zwingend notwendig). Besuche im Haus der Kinder enden anfänglich meist in Entzweiung. Unweigerlich dringt ein Gefühl in das Hirn der Eltern vor, sie hätten bei der Erziehung versagt. Nichts ist so wie es sein sollte und wenig wird wie erwartet gemacht. Mütter beginnen Fenster zu putzen und Wäsche zu bügeln, Väter schrauben Gardienenstangen an die Decke und untersuchen penibel die Verarbeitung aller möglichen Einrichtungsgegenstände. Gleichwohl sie diese Tätigkeiten im eigenen Haus (-halt) als Last empfinden tun sie es hier mit einer Inbrunst, die das Kind nur noch mit Kopfschütteln und machtlosem Geschehenlassen kommentieren kann.
In den besten Fällen geht diese Phase der Eltern wie auch die vorherige der Kinder nach einer gewissen Zeit offener und verdeckt ausgetragener Konflikte in eine Symbiose über. Hin und wieder brechen feste Vorstellungen der Eltern aber erneut aus und kollidieren mit denen des Kindes. So geschehen vor kurzem, als sich Vater für die Einrichtung meiner Küche interessierte. Eine Dunstabzugshaube hat doch so viele Vorteile und filtert nicht nur die geruchs- und fettverseuchte Abluft vom Herd. Ähnlich geschehen auch vor einiger Zeit, als Mutter den Sinn der unter den Küchenschränken angebrachten Füße Beine in Frage stellte. Letztere dienen schlicht dazu, die Arbeitsfläche auf eine meiner Körpergröße ergonomisch entsprechenden Höhe zu heben und verkleidet wird da genau deshalb nichts, weil 0,4 m³ nutzbarer Stauraum wertvoll sind und ich mir außerdem mit der mütterlicherseits vorgeschlagenen Konstruktion nicht die Möglichkeit verbaue vorhandene 2,7 m² reinigen zu können. Die Dunstabzugshaube wiederum ist in der Tat eine nützliche Erfindung, birgt jedoch den Nachteil, dass man sich ständig den Kopf einschlägt beim Versuch den Fortschritt des Erhitzungsprozesses vom Inhalt auch der hintersten Töpfe zu überwachen. Es gibt für mich wichtigere Anschaffungen, meine Lebensqualität zu verbessern und nicht zuletzt bleibe ich bis auf weiteres felsenfest meiner beschwörenden Affirmation treu, dass Dunstabzugshauben die oberste Spitze eines luxoriösen Einrichtungs- und Lebensstils sind, den man mit einer vorzeitigen Anschaffung einer solchen nicht herbeikaufen kann; heißt, wenn die Zeit nicht reif ist für den Besitz einer Dunstabzugshaube wird ebendieser das gesellschaftliche Selbstverständnis nachhaltig stören.
Ich bin mir außerdem sicher, ihr beide habt euch weder bei eurer ersten noch den folgenden und auch nicht der aktuellen Küche annährend meine Gedanken zum strukturellen Aufbau gemacht und schon deshalb spreche ich euch das Recht ab einzelne Punkte offen zu kritisieren.
Wenigstens darf ich meine Schrauben inzwischen selbst in die Wand dübeln und nur die Teile meiner Wäsche bügeln, bei denen ich es für notwendig halte.

Posted: December 7th, 2009
Categories: People, Think
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Blautopf II

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de.wikipedia.org/wiki/Blautopf

Eine geschätzte Persona maxima grata sagte einmal, “Theoretische Betrachtungen verlieren dann ihren Wert, wenn sie sich nicht an der Realität messen, veri- oder falsifizieren lassen.”

Posted: December 7th, 2009
Categories: Experience, People, Quotation
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